Apotheker Dr. rer. nat. H.-E. Hagen
Der Untertitel zeigt schon, dass gut abgewogen werden muß, ob ein Tierhalter die Verantwortung zur Selbstmedikation bei seinem Haustier selbst übernimmt oder ob er sich bei einem Tierarzt Diagnose und Therapie erstellen läßt.Dieses Abwägen soll mit einer Frage verdeutlicht werden: „Was haben ein Säugling und ein Haustier gemeinsam?“
Bei Säugling und Haustier ist der verantwortliche Mensch allein auf sein Beobachtungsvermögen, seine Erfahrungen und seine persönlichen Kenntnisse angewiesen. Und genauso wie man mit einem Säugling nicht beim ersten Weinen oder mit einer laufenden Nase zum Kinderarzt geht, so muß beim Haustier die persönliche Entscheidung getroffen werden, wann fachmännischer Rat und fremde Hilfe eingeholt werden muss. Die kann — wie beim Baby — vom erfahrenen Nachbarn, vom Apotheker oder dem untersuchenden Tierarzt kommen. Für eine Diagnose kommen aber nur der Tierhalter oder der Tierarzt in Frage. Der Apotheker ist weder aufgrund seiner Ausbildung noch seiner Rechtsstellung in der Lage eine Diagnose zu stellen.
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Um die Chancen zu nutzen, sind gezielte Informationen erforderlich. Für die Halter der bei uns sicher verbreitetsten Haustiere (Hund, Katze, Pferd) empfehlen wir unsere Bücherliste.
Nun stellt sich die Frage, welche Erkrankungen oder Befindlichkeitsstörungen - wie es so schön im Krankenkassendeutsch heißt - lassen sich selbst behandeln? Man wird sicher auch beim Haustier all das selbst behandeln können, was auch dem Menschen zur Selbstmedikation empfohlen wird: die Bagatellerkrankungen.
Ungeeignet ist sicher jede Infektionserkrankung und jedes unklare Krankheitsbild.